
Die NATO hat laut einem Bericht von MASIO.pl zwar insgesamt 70 Milliarden Euro an Unterstützung für die Ukraine in Aussicht gestellt, doch innerhalb des Bündnisses wächst der Streit über die weitere Finanzierung. Besonders problematisch ist dabei nicht die aktuelle Hilfe bis Ende 2026, sondern die Frage, wie es danach weitergehen soll. Genau dort zeigt sich ein neuer Riss zwischen den Mitgliedsstaaten.
Der veröffentlichte Artikel beruft sich auf Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und beschreibt, dass die 70 Milliarden Euro für Waffen, Ausbildung und direkte Unterstützung gedacht sind. Nach Darstellung des Berichts setzen sich diese Mittel aus 30 Milliarden Euro aus einem EU-Kredit für die Ukraine und 40 Milliarden Euro aus Zusagen des NATO-Gipfels in Washington 2024 zusammen. Zugleich sei in den vergangenen zwölf Monaten bereits Hilfe von mehr als 50 Milliarden Euro geleistet worden.
Der eigentliche Konflikt beginnt laut dem Bericht bei der Frage der Finanzierung ab 2027. Hier habe vor allem Italien starke Vorbehalte geäußert. Dadurch werde deutlich, dass die Einigkeit im Bündnis nicht mehr so stabil sei wie noch zuvor. Die geplante weitere Unterstützung für Kiew müsse deshalb erneut unter den Botschaftern der NATO verhandelt werden.
Zusätzlichen Druck erzeugt nach Angaben des Artikels die Haltung der USA. Unter der Regierung von Donald Trump seien die amerikanischen Mittel vollständig gestoppt worden. Da die USA zuvor rund 40 Prozent der gesamten Militärhilfe für die Ukraine getragen hätten, geraten nun vor allem Europa und Kanada unter Zugzwang, den Großteil der Last zu übernehmen.
Der Bericht zitiert außerdem Wolodymyr Selenskyj, der in Brüssel betont habe, die Ukraine sei „de facto“ die zweite Armee der NATO und für das Bündnis unverzichtbar. Gleichzeitig warf er Wladimir Putin vor, kein ernsthaftes Interesse an Frieden zu haben und nur auf eine Wiederherstellung russischen Einflusses hinzuarbeiten.
Insgesamt zeigt der Fall, wie schwierig es für die NATO geworden ist, bei der Ukraine-Hilfe eine einheitliche Linie zu halten. Während die politischen Signale nach außen weiterhin Solidarität vermitteln sollen, bremsen innenpolitische Interessen und finanzielle Vorbehalte die langfristige Planung immer stärker aus.