Die AfD geht mit außergewöhnlich starken Umfragewerten in die entscheidende Phase vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Mehrere aktuelle Erhebungen sehen die Partei deutlich vor der CDU. Gleichzeitig verschärft sich die politische Debatte über mögliche Mehrheiten, die Zukunft der Landesregierung und den Kurs der Bundesregierung.
AfD in Sachsen-Anhalt deutlich vorn
Nach dem aktuellen Sachsen-AnhaltTREND von Infratest dimap erreicht die AfD 41 Prozent und liegt damit klar vor der CDU, die auf 24 Prozent kommt. Die Linke erreicht 13 Prozent, die SPD 7 Prozent und die Grünen 5 Prozent. BSW und FDP liegen jeweils unter der Fünf-Prozent-Hürde.
Auch eine zuvor veröffentlichte INSA-Umfrage kam auf 41 Prozent für die AfD und 24 Prozent für die CDU. Die Ergebnisse verschiedener Institute zeigen damit einen ähnlichen Trend: Die AfD befindet sich in Sachsen-Anhalt auf einem ungewöhnlich hohen Niveau.
Noch deutlicher fällt eine Anfang August durchgeführte Pollytix-Erhebung aus. Dort kam die AfD auf 43 Prozent, während die CDU 23 Prozent erreichte. Allerdings lagen zum Zeitpunkt der Erhebung noch rund 13 Prozent der Befragten bei der Frage nach ihrer Wahlentscheidung unentschlossen.
Die Zahlen sind deshalb vor allem als Momentaufnahme zu verstehen. Umfragen sind keine Wahlergebnisse und können sich bis zum Wahltag erheblich verändern.
Auch bundesweit bleibt die AfD stark
Auf Bundesebene zeigen die INSA-Erhebungen ebenfalls ein hohes Unterstützungsniveau für die AfD. In der Umfrage vom 28. Juli 2026 lag die Partei bei 28 Prozent. Die Union kam auf 21 Prozent, die Grünen auf 13,5 Prozent und die SPD auf 12,5 Prozent.
Damit liegt die AfD in dieser Umfrage weiterhin vor der Union. Gleichzeitig zeigen die Werte, dass aus einem Umfragevorsprung allein noch keine sichere politische Mehrheit folgt. Für die tatsächliche Regierungsbildung wären insbesondere Sitzverteilung, Koalitionsmöglichkeiten und die Fünf-Prozent-Hürde entscheidend.
Sachsen-Anhalt wird zum politischen Stimmungstest
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am 6. September 2026 statt. Die aktuellen Zahlen machen den Urnengang zu einem wichtigen Stimmungstest für die deutsche Politik.
Besonders bemerkenswert ist, dass AfD und CDU bei der Frage, welche Partei die nächste Landesregierung anführen sollte, deutlich enger beieinanderliegen als bei der klassischen Sonntagsfrage. Im aktuellen Sachsen-AnhaltTREND sprachen sich 44 Prozent dafür aus, dass die AfD die nächste Landesregierung führen sollte, während 43 Prozent die CDU bevorzugten.
Eine alleinige Regierungsmehrheit der AfD lässt sich daraus allerdings nicht automatisch ableiten. Die tatsächliche Sitzverteilung hängt vom Wahlergebnis und vom Abschneiden der kleineren Parteien ab.
Politische Auseinandersetzungen reichen bis nach Thüringen
Auch in Thüringen kam es 2026 zu einem spektakulären politischen Konflikt. Die AfD-Fraktion beantragte ein konstruktives Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Mario Voigt und schlug ihren Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke als Nachfolger vor.
Der Versuch scheiterte jedoch. Höcke erhielt nicht die erforderliche absolute Mehrheit von mindestens 45 Stimmen. Mario Voigt blieb Ministerpräsident.
Damit ist die im Ausgangstext enthaltene Formulierung, ein entsprechender Schritt werde erst noch „vorbereitet“, nicht mehr aktuell: Das Misstrauensvotum fand bereits im Februar statt und blieb erfolglos.
Keine bestätigte Vorbereitung eines „Sturzes“ von Bas oder Merz
Auch die Behauptung, ein politischer „Sturz“ von Bundeskanzler Friedrich Merz oder Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas werde konkret vorbereitet, sollte nicht als feststehende Tatsache dargestellt werden.
Bei seiner Sommerpressekonferenz am 15. Juli erklärte Merz vielmehr, die schwarz-rote Koalition habe „Tritt gefasst“ und er arbeite gut mit Lars Klingbeil und Bärbel Bas zusammen.
Politische Konflikte und Kritik an der Bundesregierung gibt es zweifellos. Die derzeit vorliegenden Informationen belegen jedoch keinen konkreten, unmittelbar bevorstehenden Sturz von Merz oder Bas.
Entscheidend wird der Wahltag
Die aktuellen Umfragen zeichnen dennoch ein klares Bild: Die AfD verfügt in Sachsen-Anhalt über einen erheblichen Vorsprung gegenüber der CDU und erreicht auch bundesweit hohe Werte. Gleichzeitig bleibt offen, ob sich diese Zahlen am Wahltag bestätigen und welche Regierungsbildung anschließend möglich wäre.
Die kommenden Wochen dürften deshalb von intensiven politischen Auseinandersetzungen geprägt sein. Entscheidend ist letztlich nicht die einzelne Umfrage, sondern das tatsächliche Ergebnis am 6. September.
Fazit: Die AfD befindet sich laut mehreren aktuellen Umfragen in einer starken Ausgangslage. Von einer bereits feststehenden politischen Machtübernahme oder einem bestätigten „Sturz“ führender Bundespolitiker kann jedoch nicht gesprochen werden. Die kommenden Wahlen werden zeigen, wie nachhaltig der derzeitige Umfragetrend tatsächlich ist.
