DNA-Spur im Leipziger Drohnenfall führt nach Litauen
Leipzig – Die Ermittlungen nach dem Fund einer mit Sprengstoff präparierten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle nehmen eine neue Wendung. Kriminaltechniker haben DNA-Spuren an dem Fluggerät und an Teilen der Sprengvorrichtung gesichert. Nach Informationen mehrerer Medien führt mindestens eine dieser Spuren nach Litauen.
Der Vorfall ereignete sich Anfang August am Flughafen Leipzig/Halle. Die Drohne war in der Nähe ukrainischer Antonow-Frachtflugzeuge entdeckt worden. Nach bisherigen Erkenntnissen war das Fluggerät mit einem selbstgebauten Sprengsatz ausgestattet. Überwachungsvideos sollen zeigen, dass die Drohne gegen den Tragflächenbereich einer Antonow prallte. Der Sprengsatz detonierte jedoch nicht und wurde später einige Meter entfernt vom Fluggerät gefunden.
Besonders brisant ist der Fund von DNA-Material. Ermittler sollen an der Drohne sowie an der Sprengstoffvorrichtung mehrere Spuren unterschiedlicher Qualität festgestellt haben. Eine davon soll bereits in Litauen registriert worden sein. Damit eröffnet sich für die Ermittler eine mögliche Verbindung zu früheren Fällen und zu einem größeren internationalen Netzwerk.
Zunächst wurde öffentlich über eine mögliche Übereinstimmung mit DNA-Spuren aus dem Brandanschlag auf ein DHL-Logistikzentrum in Leipzig im Juli 2024 berichtet. Diese Darstellung wurde anschließend jedoch teilweise korrigiert beziehungsweise differenziert. Nach neueren Informationen gibt es zwar auffällige Parallelen zwischen den Fällen, ein belastbarer direkter Zusammenhang mit dem sogenannten DHL-Komplex ist bislang nicht bestätigt. Die Ermittler prüfen die verschiedenen DNA-Treffer daher weiterhin.
Auch die technische Ausstattung der Drohne wirft Fragen auf. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen soll es sich nicht um ein gewöhnliches handelsübliches Modell gehandelt haben. Berichtet wurde unter anderem über einen zusätzlichen Akku, eine Kamera, einen 5G-Router und zwei SIM-Karten. Diese Ausstattung könnte auf eine gezielte und technisch vorbereitete Operation hindeuten.
Der Sprengsatz selbst soll aus einer mit rund 600 Gramm Semtex gefüllten Dose bestanden haben. Ein offenbar nicht funktionierender Zünder verhinderte nach bisherigen Erkenntnissen eine Explosion. Wäre der Sprengsatz detoniert, hätte der Vorfall angesichts der Nähe zu einem Flugzeug erhebliche Folgen haben können.
Für die Sicherheitsbehörden stellt sich deshalb zunehmend die Frage, wer die Drohne gesteuert, vorbereitet und zum Flughafen gebracht hat. Die DNA-Spur nach Litauen ist dabei ein wichtiger Ermittlungsansatz, beweist für sich allein jedoch noch nicht die Identität eines Täters oder die Beteiligung eines bestimmten Staates.
Die Behörden untersuchen deshalb weiterhin die Herkunft der Drohne, die technische Ausstattung, mögliche Kommunikationswege sowie die Herkunft der Sprengstoffkomponenten. Gleichzeitig wurde die Drohnenabwehr am Flughafen verstärkt. Die Bundespolizei setzt bereits zusätzliche Technik ein; ein fest installiertes Drohnenabwehrsystem soll nach aktuellen Berichten ebenfalls aufgebaut werden.
Noch sind viele Fragen offen. Sicher ist jedoch: Die DNA-Spur hat den Leipziger Drohnenfall auf eine internationale Ebene gehoben. Ob die Verbindung nach Litauen am Ende zu einem konkreten Tatverdächtigen führt, müssen die weiteren kriminaltechnischen und internationalen Ermittlungen zeigen.
