Der große Kuhhandel: Trump opfert die Ukraine für Venezuela – und Europa schaut machtlos zu

Es gibt Tage, an denen sich die Weltgeschichte vor unseren Augen neu ordnet, ohne dass es der breiten Masse sofort bewusst wird. Der gestrige Tag war ein solcher Wendepunkt. Während die Welt gebannt auf die Bilder aus Venezuela starrt, wo US-Truppen in einer Hollywood-reifen Aktion Präsident Maduro festgesetzt haben, vollzieht sich im Hintergrund eine geopolitische Verschiebung von tektonischem Ausmaß. Wer glaubt, der Zugriff in Caracas und der Krieg in der Ukraine seien zwei getrennte Ereignisse, der irrt gewaltig. Sie sind zwei Seiten derselben Medaille – einer Medaille, die den Namen “Neue Weltordnung” trägt.
Alexander Raue vom “Vermietertagebuch” hat in seiner neuesten Analyse die Fäden zusammengeführt, die viele Mainstream-Medien geflissentlich ignorieren. Seine These ist so brisant wie einleuchtend: Was wir erleben, ist das Ende der “regelbasierten Ordnung” des Westens und die Rückkehr zum Recht des Stärkeren. Und in diesem Spiel der Giganten ist die Ukraine das Bauernopfer.
Der geheime Deal: Venezuela gegen Ukraine
Die offizielle Lesart des Westens ist einfach: Die USA haben in Venezuela interveniert, um die Demokratie wiederherzustellen. Doch Raue stellt die entscheidenden Fragen, die diese Erzählung ins Wanken bringen. Wie konnte es sein, dass eine riesige US-Streitmacht mit 150 Kampfjets und Dutzenden Hubschraubern tief in venezolanisches Territorium eindringen konnte, ohne auf nennenswerte Gegenwehr zu stoßen? Venezuela besitzt eines der stärksten Luftabwehrsysteme Lateinamerikas, geliefert von Russland. S-300 Systeme, moderne Kampfjets, Tausende Soldaten. Und doch: Kein einziger Schuss, kein verlorener US-Helikopter.
Für Raue gibt es dafür nur eine logische Erklärung: Es war ein abgekartetes Spiel. Ein Deal auf allerhöchster Ebene zwischen Washington und Moskau. Das Szenario: Putin gibt Trump freie Hand in Venezuela, zieht seine schützende Hand von Maduro ab und instruiert das venezolanische Militär, stillzuhalten. Im Gegenzug bekommt der Kreml-Chef das, was er schon immer wollte: Freie Bahn in der Ukraine.
“Trump überlässt Putin Europa und die Ukraine, und Putin überlässt Trump Lateinamerika”, so die messerscharfe Analyse. Es ist die Aufteilung der Welt in Einflusssphären, wie wir sie aus dem Kalten Krieg kennen, nur diesmal ohne ideologische Verbrämung, sondern als reiner Machtpoker.
Das Ende von Selenskyj
Für die Ukraine ist diese Entwicklung eine Katastrophe. Wenn sich diese These bewahrheitet – und die Indizien sprechen eine deutliche Sprache –, dann sind die Tage von Wolodymyr Selenskyj gezählt. Ohne die massive Unterstützung der USA, ohne deren Aufklärungsdaten, Satellitenbilder und Waffenlieferungen, ist die ukrainische Armee chancenlos.
Donald Trump hat mit seinem Angriff auf Venezuela zudem jegliche moralische Integrität verspielt, Putin für dessen Angriffskrieg zu verurteilen. Wie will man glaubwürdig das Völkerrecht hochhalten, wenn man es selbst gerade mit Füßen getreten hat, um sich das Öl eines souveränen Staates zu sichern? Raue weist darauf hin, dass Trump in seiner Rede die Ausbeutung der venezolanischen Ölreserven mehrfach erwähnte. Es geht ums Geschäft, nicht um Moral.
Damit fällt der wichtigste Unterstützer Kiews weg. Und Europa? Europa steht nackt da. Die EU, von Raue als “Vollversager” tituliert, hat weder die militärischen Mittel noch die politische Einigkeit, um das entstehende Vakuum zu füllen. Die Ukraine wird auf dem Altar der Großmachtinteressen geopfert, und Friedrich Merz, der sich gerne als Transatlantiker inszeniert, steht vor den Trümmern seiner Außenpolitik. Er kann nicht Putins Krieg verurteilen und Trumps Krieg gutheißen, ohne sich vollends lächerlich zu machen.
Der interne Machtkampf: Trump vs. CIA

Ein weiteres faszinierendes Detail, das Raue beleuchtet, ist das Verhältnis zwischen Trump und seinen eigenen Geheimdiensten. Monatelang tobte ein Machtkampf. Die CIA, so die Beobachtung, sabotierte Trumps Versuche, den Ukraine-Krieg zu beenden, indem sie Eskalationen provozierte – etwa durch Drohnenangriffe auf russisches Territorium, die ohne US-Hilfe kaum möglich gewesen wären.
Doch nun lobt Trump die CIA überschwänglich für den Erfolg in Venezuela. Hat der Präsident den “Deep State” auf seine Seite gezogen, indem er ihm einen neuen Krieg geschenkt hat? Oder ist es ein Burgfrieden, um gemeinsam Beute zu machen? Für Putin ist dieses Lob ein Warnsignal. Er wird sich genau überlegen, wie weit er Trump trauen kann. Wahrscheinlich wird er die Gunst der Stunde nutzen und in der Ukraine Fakten schaffen, bevor sich der Wind in Washington wieder dreht. “Putin wird die Ukraine im Eiltempo platt machen”, prognostiziert Raue düster.
Ein Dammbruch mit globalen Folgen
Die Auswirkungen dieses Deals beschränken sich nicht auf Europa und Lateinamerika. Der Damm ist gebrochen. Wenn die USA das Völkerrecht ignorieren, um ihre Interessen durchzusetzen, warum sollte China sich dann noch zurückhalten? Peking beobachtet die Situation genau. Taiwan könnte das nächste Dominosteine sein, der fällt. Xi Jinping sieht: Der Westen ist gespalten, moralisch bankrott und militärisch überdehnt.
Und auch im Nahen Osten braut sich etwas zusammen. Raue zitiert einen Tweet von Mike Pompeo, dem ehemaligen CIA-Direktor, der fast beiläufig zugab, dass Mossad-Agenten inmitten der iranischen Proteste agieren. Das Narrativ von den rein “zivilen Protesten” bekommt Risse. Es scheint, als würden auch hier die Weichen auf Regimewechsel gestellt – nach dem Vorbild Venezuelas.
Trump hat bereits angekündigt, militärisch einzugreifen, wenn der Iran die Proteste niederschlägt. Da er nun in Venezuela “Blut geleckt” hat, ist ein neuer Krieg im Nahen Osten keine abstrakte Gefahr mehr, sondern ein reales Szenario.
Fazit: Willkommen in der Realität
Wir sind im Jahr 2026 angekommen, und die Welt ist eine andere geworden. Die Illusion einer wertebasierten Außenpolitik ist zerplatzt. Es regieren wieder die nackten Interessen. Für Deutschland und Europa ist das ein böses Erwachen. Wir haben uns in einer moralischen Überlegenheit gesonnt, die keine Substanz mehr hat. Wir haben uns auf einen großen Bruder verlassen, der uns nun eiskalt fallen lässt, wenn es seinen Interessen dient.
Die Analyse von Alexander Raue mag für viele unbequem sein, die noch immer an das Gute im westlichen Bündnis glauben. Aber sie erklärt die Widersprüche, die wir täglich sehen. Warum schweigen die USA zu Putins Vorstößen? Warum fiel Venezuela so schnell? Warum wird der Ton gegenüber China leiser?
Es ist Zeit, der Realität ins Auge zu blicken. Wir sind Zuschauer in einem Spiel, in dem wir nichts mehr zu melden haben. Und die Ukraine zahlt gerade den Preis für unsere Naivität. Die Frage ist nicht mehr, ob die Ukraine gewinnt, sondern wie schnell sie verliert – und was Putin als Nächstes fordert. Der große Kuhhandel hat begonnen.