March 8, 2026

„Wie naiv muss man sein?“ – Gabriele Krone-Schmalz rechnet gnadenlos mit westlicher Doppelmoral und der Iran-Politik ab

Die renommierte Publizistin und Historikerin Dr. Gabriele Krone-Schmalz schlägt Alarm. In einer Zeit, in der der Nahost-Konflikt täglich eskaliert und die Welt am Abgrund zu stehen scheint, platzt ihr der Kragen. Ihre Analyse ist ein Schlag ins Gesicht der aktuellen Regierungspolitik: Sie wirft dem Westen – und insbesondere Politikern wie Friedrich Merz – eine gefährliche Naivität und eine zerstörerische Doppelmoral vor. „Wir werden das ALLE bereuen“, so der Tenor ihrer Warnung. Wenn das Völkerrecht nur noch dann zitiert wird, wenn es den eigenen Interessen dient, steht nicht weniger als die Zivilisation auf dem Spiel.

Der Sündenfall der Diplomatie: Wenn Bomben Verhandlungen ersetzen

Es ist eine Beobachtung, die Gabriele Krone-Schmalz sichtlich schmerzt. Während hinter den Kulissen unter Vermittlung des Oman mühsame Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA stattfanden und ein Durchbruch laut Diplomaten greifbar nah war, fielen plötzlich die Bomben. Für Krone-Schmalz ist dies ein symptomatischer Zusammenbruch jeglicher politischer Anständigkeit.

„Was heißt das für die Zukunft von Verhandlungen?“, fragt sie provokant. Wer soll sich noch an einen Tisch setzen, wenn das Gegenüber im Moment der Annäherung den Abzug drückt? Sie zieht eine düstere Parallele zur Ukraine-Krise und erinnert an die Aussagen der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den Minsk-Abkommen. Wenn Verhandlungen nur noch dazu dienen, „Zeit zu schinden“, um aufzurüsten, dann wird das Fundament des internationalen Vertrauens pulverisiert. Es ist ein Spiel mit dem Feuer, bei dem am Ende die gesamte Menschheitsfamilie verbrennt.

Die Akte Friedrich Merz: Kritik an der „Naivität“ der Macht

Besonders scharf ins Gericht geht die Analyse mit der Haltung der Opposition und Teilen der Regierung. Angesichts der Forderungen nach härterem Durchgreifen und militärischer Einmischung stellt Krone-Schmalz die fundamentale Frage: „Wie naiv kann man eigentlich beim Irankonflikt noch sein?“

Die Geschichte lehrt uns – so die Historikerin –, dass Einmischungen von außen selten bis nie zu stabilen Demokratien geführt haben. Sie erinnert an das Schicksal von Mossadegh 1953, der durch westliche Intervention gestürzt wurde, um den Schah zu installieren. Das Ergebnis? Jahrzehnte der Instabilität und letztlich die Islamische Revolution. „Mir fällt auf Anhieb kein Beispiel ein, wo das funktioniert hätte: rumzubomben und dann zu erwarten, dass oh Wunder ein demokratisches System entsteht.“

Das „Zweierlei-Maß-System“: Unsere schwindende Glaubwürdigkeit

Ein zentraler Punkt in Krone-Schmalz’ Abrechnung ist die „standardisierte Formel“ in der Nachrichtensprache. Während beim „völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands“ (ein Begriff, den sie als faktisch richtig einordnet) moralische Entrüstung die Schlagzeilen bestimmt, herrscht bei völkerrechtswidrigen Aktionen befreundeter Staaten oder der eigenen Allianz oft betretenes Schweigen oder gar Rechtfertigungsdruck.

„Dieses Messen mit zweierlei Maß zieht sich durch“, stellt sie fest. Das Fatale daran: Wir verlieren unsere Glaubwürdigkeit bei der nächsten Generation. Wenn junge Menschen sehen, dass Regeln nur dann gelten, wenn sie dem eigenen Vorteil dienen, wonach sollen sie sich dann noch orientieren? Es ist der Ruin der Moral und des anständigen, zivilisierten Umgangs miteinander.

Wo ist die Exit-Strategie?

Was Krone-Schmalz besonders beunruhigt, ist das Fehlen jeglicher Exit-Strategie seitens der USA und Israels. Es wird agiert, attackiert und eskaliert, doch niemand scheint zu wissen, wie das Endspiel aussieht. „Ich sehe keine Zielsetzung“, warnt sie. Stattdessen werde in deutschen Medien oft so getan, als seien militärische Schläge „brillante Schachzüge“. In der Tagesschau werde fast schon „Party gemacht“ und mit kriegerischen Strategien sympathisiert, während Menschenleben auf dem Spiel stehen.

Die Forderung: Mehr „Gehirnschmalz“ statt mehr Waffen

Ihre Lösung ist so simpel wie schwierig umzusetzen: Zurück an den Verhandlungstisch. Aber nicht mit hohlen Phrasen, sondern mit einer brutalen Analyse der gegenseitigen Interessen. Man müsse die Interessen aller Beteiligten offen auf den Tisch legen und nach Kompromissen suchen, statt in moralischer Überheblichkeit zu verharren.

„Es ist so enttäuschend, so brutal, fast hoffnungslos“, beschreibt sie den aktuellen Zustand der Weltpolitik. Doch gerade deshalb sei es wichtig, jetzt aufzustehen. Es geht nicht darum, Regime zu verteidigen – darin sind sich alle einig, dass Menschenrechtsverletzungen im Iran unerträglich sind. Es geht darum, ob wir eine Welt wollen, in der nur noch derjenige zählt, der die meisten Waffen hat und „reinhauen“ kann.

Fazit: Ein Weckruf für Deutschland

Der Bericht schließt mit einer eindringlichen Mahnung. Während die Benzinpreise steigen und der normale Bürger die Zeche für die geopolitischen Eskalationen zahlt, scheint die Politik den Kompass verloren zu haben. Krone-Schmalz fordert uns auf, nicht länger naiv zu sein. Wenn wir weiterhin zusehen, wie Diplomatie durch Bomben ersetzt wird, dann ist der Preis, den wir alle zahlen werden, weitaus höher als nur eine teure Tankrechnung.

Es ist Zeit für Frieden, Zeit für Diplomatie und Zeit, das „Messen mit zweierlei Maß“ endlich zu beenden.

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