September 18, 2026

Gabriele Krone-Schmalz erneut im Fokus: Streit über Russlandpolitik, Meinungsfreiheit und Deutschlands Verhältnis zu Russland

Berlin – Gabriele Krone-Schmalz steht erneut im Mittelpunkt einer kontroversen politischen Debatte. Die langjährige ARD-Moskau-Korrespondentin äußert sich seit Jahren kritisch zur deutschen und europäischen Russlandpolitik. Ihre Positionen sorgen sowohl für Unterstützung als auch für deutlichen Widerspruch.

In einem aktuellen Interview mit der „Berliner Zeitung“ vom 3. September 2026 kritisierte Krone-Schmalz unter anderem den Umgang der Bundesregierung mit Russland. Sie sprach über die zunehmende Verschlechterung der deutsch-russischen Beziehungen, die öffentliche Debatte über Russland sowie die Frage, wie viel Raum abweichende Positionen in Deutschland erhalten.

Kritik an der deutschen Russlandpolitik

Krone-Schmalz vertritt seit Jahren die Auffassung, dass Deutschland und Europa trotz des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine Möglichkeiten für diplomatische Kontakte offenhalten sollten. Sie warnt insbesondere vor einer Politik, die ausschließlich auf Konfrontation und eine militärische Lösung setze.

Bei einem Vortrag beim „Festival der Meinungsfreiheit“ des Bündnisses Sahra Wagenknecht in Magdeburg am 30. August 2026 sprach sie ebenfalls über das Verhältnis zwischen Russland, Deutschland und dem Westen. Dabei stellte sie die Bedeutung diplomatischer Lösungen und einer offenen gesellschaftlichen Debatte heraus.

Ihre Argumentation stößt allerdings auf erheblichen Widerspruch. Kritiker werfen ihr vor, die russische Perspektive zu stark zu berücksichtigen und dadurch die Verantwortung Moskaus für den Krieg gegen die Ukraine nicht ausreichend in den Mittelpunkt zu stellen. Diese Kritik begleitet ihre öffentlichen Auftritte bereits seit mehreren Jahren.

Eine bekannte und umstrittene Stimme

Krone-Schmalz war Ende der 1980er Jahre ARD-Korrespondentin in Moskau und wurde später als Autorin und Kommentatorin zu Fragen der deutsch-russischen Beziehungen bekannt.

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 verurteilte sie den Angriff nach eigenen öffentlichen Aussagen als völkerrechtswidrig. Gleichzeitig sprach sie sich gegen Waffenlieferungen an die Ukraine aus und plädierte für Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Diese Kombination ihrer Positionen führte zu intensiven politischen und medialen Diskussionen.

Auch ihre früheren Aussagen zur Annexion der Krim und zur Rolle von NATO und EU werden bis heute kontrovers diskutiert.

Der ARD-Faktenfinder hatte bereits 2023 über verschiedene öffentlich auftretende Russland- und Ukraine-Experten berichtet und dabei auch Krone-Schmalz’ Positionen im Zusammenhang mit der Debatte über den Ukraine-Krieg thematisiert.

Debatte über Meinungsfreiheit

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer aktuellen Auftritte ist die Meinungsfreiheit.

Beim Magdeburger Festival argumentierte Krone-Schmalz, dass es in Deutschland schwieriger geworden sei, abweichende Positionen zu Russland und zum Ukraine-Krieg öffentlich zu vertreten. Sie verbindet diese Entwicklung mit einer ihrer Ansicht nach zunehmend eingeschränkten Debattenkultur.

Diese Einschätzung wird jedoch nicht allgemein geteilt. Kritiker verweisen darauf, dass kontroverse Positionen weiterhin öffentlich vertreten und medial verbreitet werden können. Die Auseinandersetzung dreht sich daher auch um die Frage, ob öffentliche Kritik an bestimmten Positionen eine Einschränkung der Meinungsfreiheit darstellt oder zum normalen demokratischen Streit gehört.

Auch juristische Auseinandersetzungen sorgten für Aufmerksamkeit

Krone-Schmalz war in der Vergangenheit außerdem in einen juristischen Streit mit der Osteuropahistorikerin Franziska Davies verwickelt. Davies hatte die Arbeit von Krone-Schmalz scharf kritisiert und ihr unter anderem eine problematische Nähe zu russischen Positionen vorgeworfen.

Krone-Schmalz ging zunächst juristisch gegen mehrere Aussagen vor. Nach Darstellung des Rechtsportals LTO nahm sie später einen Großteil der beanstandeten Punkte zurück. Der Streit wurde damit zu einem weiteren Beispiel für die heftige Auseinandersetzung über die Grenzen öffentlicher Kritik und politischer Meinungsäußerung.

Neue politische Dimension

Die aktuelle Aufmerksamkeit um Krone-Schmalz hat inzwischen auch eine parteipolitische Dimension bekommen.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht erklärte im September 2026, Krone-Schmalz als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin unterstützen zu wollen. Nach Angaben der „Welt“ sagte Sahra Wagenknecht, Krone-Schmalz sei eine Persönlichkeit, die viele Menschen anspreche. Sollte das BSW bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt in den Landtag einziehen, wolle die Partei in der Bundesversammlung für sie stimmen.

Damit steht Krone-Schmalz nicht mehr ausschließlich als Publizistin und ehemalige Journalistin im Mittelpunkt der Debatte. Ihre politischen Positionen werden nun auch im Zusammenhang mit einem möglichen höchsten Staatsamt diskutiert.

Russland bleibt ihr zentrales Thema

Auch ihr aktueller Terminkalender zeigt, dass Russland und das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen weiterhin zu ihren wichtigsten Themen gehören. Für Ende September 2026 sind mehrere Veranstaltungen angekündigt, unter anderem unter den Titeln „Russland – und wie weiter?“ sowie „Russland und der Westen – eine schwierige Beziehung“.

Damit dürfte die Diskussion über ihre Positionen weitergehen.

Im Kern stehen sich dabei unterschiedliche Auffassungen gegenüber: Auf der einen Seite steht die Forderung nach mehr Diplomatie und einem offenen Dialog mit Russland. Auf der anderen Seite wird betont, dass eine solche Politik die Verantwortung Russlands für den Angriff auf die Ukraine nicht relativieren dürfe.

Die Debatte über Gabriele Krone-Schmalz ist deshalb zugleich eine Debatte über Deutschlands Russlandpolitik, den Umgang mit dem Ukraine-Krieg und die Grenzen kontroverser politischer Meinungen.

Fest steht: Krone-Schmalz bleibt eine prominente Stimme in der deutschen Diskussion über Russland. Ihre Aussagen werden weiterhin intensiv diskutiert – sowohl von Unterstützern ihrer diplomatischen Positionen als auch von Kritikern, die ihre Einschätzungen zurückweisen.

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