Die frühere österreichische Gesundheits- und Familienministerin Andrea Kdolsky ist im Alter von 63 Jahren verstorben. Sie erlag am Mittwoch, dem 30. September 2026, ihrer Krebserkrankung. Die Nachricht wurde aus ihrem persönlichen Umfeld bekannt und von mehreren österreichischen Medien bestätigt.
Kdolsky hatte ihre Erkrankung in den vergangenen Jahren öffentlich thematisiert. Dabei sprach sie auch über ihre persönliche Situation und wollte nach eigenen Angaben anderen Menschen Mut machen. Die Österreichische Krebshilfe würdigte nach ihrem Tod insbesondere ihre Offenheit und ihr Engagement für Menschen mit Krebserkrankungen.
Von der Ärztin zur Gesundheitsministerin
Andrea Kdolsky war ausgebildete Ärztin und Fachärztin für Anästhesie. Vor ihrer politischen Tätigkeit arbeitete sie unter anderem im medizinischen Bereich und übernahm später Führungsaufgaben im Gesundheitswesen. Sie war auch medizinische Geschäftsführerin der Niederösterreichischen Landeskliniken-Holding.
Im Jahr 2007 wechselte sie in die Bundesregierung und übernahm unter Bundeskanzler Alfred Gusenbauer das Ressort für Gesundheit, Familie und Jugend. Von 11. Jänner 2007 bis 2. Dezember 2008 war sie österreichische Gesundheitsministerin.
In dieser Funktion brachte sie ihre Erfahrungen als Ärztin und Krankenhausmanagerin in die österreichische Gesundheitspolitik ein.
Politischer Weg nach dem Ministeramt
Auch nach ihrer Zeit als Ministerin blieb Kdolsky im Gesundheitsbereich aktiv. Später stellte sie ihre fachliche Expertise unter anderem den NEOS zur Verfügung. Bei den Regierungsverhandlungen von ÖVP, SPÖ und NEOS beriet sie die NEOS in Gesundheitsfragen. 2025 kandidierte sie zudem bei der Gemeinderatswahl in ihrer Heimatgemeinde Purkersdorf für die NEOS.
2023 trat Kdolsky aus der ÖVP aus. Als Grund nannte sie damals die Entscheidung der niederösterreichischen ÖVP für eine Zusammenarbeit mit der FPÖ.
In ihren späteren Jahren engagierte sie sich weiterhin im Gesundheitsbereich. Im Burgenland arbeitete sie an der Planung eines Zentrums für Menschen mit Krebserkrankungen mit. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hatte ihr die Leitung des geplanten „Maggie’s Centre“ in Oberwart übertragen.
Trauer in Österreich
Nach Bekanntwerden ihres Todes reagierten zahlreiche politische Weggefährten mit Trauer. Bundeskanzler und ÖVP-Bundesparteiobmann Christian Stocker würdigte Kdolsky als engagierte Ärztin und Politikerin und sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus.
Auch NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger erinnerte an Kdolsky als engagierte Ärztin und Politikerin, die sich für das Gesundheitswesen eingesetzt und auch schwierige Fragen offen angesprochen habe.
Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil zeigte sich ebenfalls tief betroffen. Besonders hob er Kdolskys Engagement für das Gesundheitswesen und das Maggie’s Centre in Oberwart hervor. Nach seinem Willen soll das Zentrum künftig ihren Namen tragen.
Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner würdigte ebenfalls Kdolskys Einsatz für das österreichische und niederösterreichische Gesundheitswesen. Besonders betonte sie ihren offenen Umgang mit der eigenen Erkrankung.
Mit Andrea Kdolsky verliert Österreich eine frühere Gesundheitsministerin, Ärztin und langjährige Akteurin im Gesundheitswesen. Sie wurde 63 Jahre alt.
