Die politische Lage in Berlin wird für Bundeskanzler Friedrich Merz zunehmend schwieriger. Neue Umfragezahlen zeichnen ein deutliches Bild der wachsenden Unzufriedenheit in Deutschland. Nicht nur die Opposition kritisiert den Regierungskurs – auch innerhalb der eigenen politischen Reihen scheint das Vertrauen in den CDU-Vorsitzenden zu schwinden.
Besonders bemerkenswert sind die Ergebnisse des RTL/ntv-Trendbarometers vom 13. Oktober 2026. Demnach sind lediglich 11 Prozent der Befragten mit der Arbeit von Friedrich Merz als Bundeskanzler zufrieden. Ganze 87 Prozent äußerten sich hingegen unzufrieden. Damit steht der Kanzler vor einer erheblichen Herausforderung, wenn er das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnen möchte.
Zweifel reichen bis in die eigenen Reihen
Besonders problematisch für Merz ist, dass die Kritik offenbar nicht ausschließlich aus dem politischen Lager der Opposition kommt. Auch unter den Anhängern von CDU und CSU wächst die Unzufriedenheit. Laut der Umfrage sind 61 Prozent der Unionsanhänger mit seiner bisherigen Arbeit nicht zufrieden.
Noch deutlicher fällt das Ergebnis bei der Frage aus, ob Friedrich Merz seine eigene Partei noch unter Kontrolle hat. Nur 11 Prozent der Befragten glauben, dass der CDU-Vorsitzende seine Partei weiterhin im Griff hat. 83 Prozent vertreten dagegen die gegenteilige Auffassung.
Selbst unter den Anhängern von CDU und CSU überwiegen die Zweifel: 69 Prozent sind der Meinung, dass Merz die Kontrolle über seine Partei verloren hat. Lediglich 25 Prozent sehen das anders.
Diese Zahlen könnten für die politische Führung der Union zum ernsthaften Problem werden. Denn ein Bundeskanzler benötigt nicht nur die Unterstützung seiner Koalition, sondern auch Rückhalt innerhalb der eigenen Partei.
Mehrheit rechnet mit einem vorzeitigen Ende seiner Kanzlerschaft
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt eine weitere Frage der Umfrage: Wird Friedrich Merz bis zum regulären Ende der Legislaturperiode im Jahr 2029 Bundeskanzler bleiben?
Nur 31 Prozent der Befragten glauben daran. Dagegen erwarten 65 Prozent, dass seine Kanzlerschaft bereits vorzeitig enden könnte.
Besonders auffällig sind die Unterschiede zwischen den politischen Lagern. Während jeweils etwa die Hälfte der Anhänger von Union und Grünen mit einem Verbleib von Merz bis 2029 rechnet, erwarten insbesondere die Anhänger anderer Parteien mehrheitlich ein vorzeitiges Ende seiner Amtszeit.
Unter den SPD-Anhängern gehen 54 Prozent davon aus, unter den Anhängern der Linken sind es 59 Prozent. Bei den AfD-Anhängern liegt dieser Anteil sogar bei 87 Prozent.
Wichtig ist dabei: Die Ergebnisse zeigen die Erwartungen der Befragten und sind keine Vorhersage über den tatsächlichen Verlauf der Kanzlerschaft.
Berlin steht vor einer schwierigen politischen Phase
Die Umfragewerte kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Bundesregierung mit zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert ist. Die Erwartungen der Bevölkerung an die Regierung sind hoch. Gleichzeitig wächst der Druck, konkrete Ergebnisse bei wichtigen Reformvorhaben zu liefern.
Für Merz bedeutet das eine schwierige Ausgangslage. Seine Regierung muss nicht nur politische Entscheidungen treffen, sondern auch überzeugend erklären, warum der eingeschlagene Kurs notwendig ist und welche Verbesserungen die Bürger erwarten können.
Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Unzufriedenheit inzwischen mehrere Ebenen erreicht hat: die Bewertung seiner Regierungsarbeit, die Führungsfähigkeit innerhalb der CDU und die Einschätzung seiner politischen Zukunft.
Wie geht es für Friedrich Merz weiter?
Ob Friedrich Merz die Situation stabilisieren kann, wird maßgeblich davon abhängen, ob es ihm gelingt, die Erwartungen der Bevölkerung zu erfüllen und die Unterstützung innerhalb seiner Partei zu festigen.
Die aktuellen Zahlen sind jedenfalls ein deutliches Warnsignal. Besonders die geringe Zufriedenheit mit seiner Regierungsarbeit und die weit verbreiteten Zweifel an seiner Führungsstärke dürften die politischen Diskussionen in Berlin weiter beeinflussen.
Eine unmittelbare Ablösung des Kanzlers lässt sich aus den Umfragewerten allerdings nicht ableiten. Klar ist nur: Der politische Druck auf Friedrich Merz ist erheblich, und die kommenden Monate könnten für seine politische Zukunft entscheidend werden.
Quelle: RTL/ntv-Trendbarometer, veröffentlicht am 13. Oktober 2026. Befragungszeitraum: 6. bis 12. Oktober 2026; 2.502 Befragte. Für die gesonderte Bewertung von Friedrich Merz wurden 1.006 Personen befragt.
