February 2, 2026

Beim Weltwirtschaftsforum: Baerbock hält eine Rede – und kaum einer kommt

Auch Annalena Baerbock ist beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum anwesend. Sie hielt eine kurze Rede, der kaum jemand zuhörte – in einem kleinen Konferenzraum, gefüllt mit leeren Stühlen, abseits der großen Bühne.

Auch Annalena Baerbock ist in diesem Jahr beim Weltwirtschaftsforum in Davos anwesend. Die ehemalige Bundesaußenministerin und aktuelle Präsidentin der UN-Generalversammlung hielt in einem kleinen Konferenzraum abseits der Hauptbühne eine rund zehnminütige Rede. Trotz der überschaubaren Größe des Raumes blieben mehrere Plätze unbesetzt; nur eine Handvoll Zuhörer war anwesend. Das Interesse an ihrer Rede schien eher gering zu sein.

Baerbock thematisierte in ihrer Ansprache mehrere Punkte, unter anderem die Gefahr von Fake News, und kam auch auf Grönland zu sprechen. Ihre Rede begann sie mit einer rhetorischen Frage: Wer vermittelt eigentlich Vertrauen? Darauf antwortete sie: „In normalen Zeiten gäbe es eine einfache, sehr kurze Antwort: Multilaterale Institutionen wie die Vereinten Nationen.“ Die UN stellte sie als zentrale Institution dar, die Vertrauen zwischen den Staaten schafft, quasi eine Quelle ihrer moralischen Autorität.

Laut Baerbock sei die Wahrheit nicht verhandelbar, und erklärte: „Die Wahrheit ist die Wahrheit. Wir verhandeln nicht über Wahrheiten und Fakten.“ Fake News und Desinformation seien „allgegenwärtig“ und „selten ein Versehen aus Unwissenheit, sondern ein absichtlicher Versuch, Fehlinformationen und Desinformation als Waffe einzusetzen“. KI werde dabei genutzt, „um die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge zu verwischen und strategisch Zweifel in Misstrauen zu verwandeln“. Dabei seien 96 Prozent aller Deepfakes pornografischer Natur und richteten sich ausschließlich gegen Frauen.

In diesem Kontext kam sie auch auf Grönland zu sprechen und betonte, dass es zwar „unterschiedliche geopolitische Interessen und Sicherheitsbedenken“ gebe, dies jedoch kein Argument dafür sei, dass „Grönländer nicht zu Grönland gehören. Sie genießen die gleichen Souveränitätsrechte wie jeder andere auf der Erde.“

Ihre Rede schloss sie mit einem Appell an andere Regierungsvertreter: „Wir brauchen eine überregionale Allianz von Regierungschefs, aber auch von Wirtschaftsführern und Beamten, um für die internationale Ordnung einzutreten.“ Der Beifall fiel verhalten aus, und Baerbock verließ umgehend die Bühne. Anschließend trat ein anderer Sprecher, der in der ersten Reihe saß, an ihre Stelle.

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